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Handgemachtes – farbig, aber nicht bunt!

Upps, da bin dann mal Opfer eines Internet-Betruges geworden……

Wie oft habe ich gelacht und den Kopf unverständlich geschüttelt, wenn ich darüber gelesen habe, dass Leute auf Internet-Betrüger rein gefallen sind. Also wirklich, sowas kann mir nicht passieren, dachte ich… bis jetzt. Ich bin gescheitert, es ist passiert. Ich bin voll auf die Masche reingefallen. Ich hab` mich einlullen lassen, hab` mir einreden lassen, was passiert, wenn ich nicht… .

Aber der Reihe nach:

Am Samstag saßen der Gatte und ich gemütlich beim Frühstück. Draußen schneite es, frische Brötchen und dampfender Kaffee standen vor mir. Heile Welt – bis das Telefon klingelte.

Eine englischsprachige Frau, mit indischem Akzent, erzählte mir etwas. Zunächst verstand ich nur Bahnhof, da der Akzent für mein Süd-Küsten-Englisch doch zu hart war. Aber sie bemühte sich (leider!). Sie erzählte mir, dass ich auf meinem Microsoft Computer einen Trojaner hätte, und Häcker alles ausspähen können. Dass sie vertrauensvoll sei, zeigte sie mir, indem sie mir eine Zahlen-/Buchstaben-Reihe nannte und mich dann durch meinen Computer führte, wo tatsächlich diese Reihe auftauchte. Kurz: irgendwann hatte sie mich, und ich gewährte dem „Techniker“ über „Team-Viewer“ Zugang zu meinem Computer.

Um den Trojaner zu entfernen, müsste man bei mir ein spezielles Programm installieren, das extra hierzu geschrieben worden sei und nur von ihnen installiert werden könnte. Mein persönlicher Fachmann (hier im Ort) hätte keinen Zugriff auf dieses Programm. Um es zu installieren, müsste ich es allerdings vorher erwerben. Dafür hätte ich dann aber auch „lebenslangen Schutz“. Ihr ahnt es, mittlerweile so verunsichert, habe ich es gemacht! € 163,- habe ich mir abquatschen lassen. In Worten: einhundertdreiundsechzig EURO!

Mein Tablett und Smartphone sollte ich auf jeden Fall komplett ausschalten, da sie durch den anstehenden „Säuberungsprozess“ Schaden nehmen könnten. Tatsächlich wurde mir dies gesagt, nachdem ich mein Tablett neben dem Laptop gelegt hatte (!), um die Firma zu googlen. Ich Idiotin habe es gemacht! Ich hätte mit meinem Smartphone ins mobile Netz gehen können, hätte so noch rechtzeitig googlen können…… Hätte, hätte Fahrradkette.

Ich habe sie alles machen lassen, habe ihnen Zugang zu meinem Rechner gewährt, habe sie installieren lassen und dabei zugeschaut, habe ihnen meinen Ausweis und meine Kreditkarte kopiert, habe die Rechnung brav unterzeichnet, auch dass ich, falls ich das Geld zurückhole $100,- extra zahlen muss (zur Begleichung der Kosten für Streitigkeiten – habe ich erst hinterher übersetzt/erkannt). Nach 1 1/2 Std. Telefonat und Installation  dachte ich, ich sei nun ganz besonders klug vorgegangen.

Dann habe ich den Namen des Unternehmens „OZEMIO INC“ gegoogelt und fiel aus allen Wolken. Eine Warnung nach der anderen erschien. Unter anderem auch vom LKA-NRW . Betrug, Trojaner-Installation, Geldprellerei lauten die Meldungen. Das Herz hörte fast auf zu schlagen, das Gehirn begann zu arbeiten. Erste Handlung: Computer vom Netz, jetzt, hier und sofort. Dann Anruf bei der Polizei, um zu horchen, was sofort zu tuen sei. Also: Kreditkarte sperren; beim Provider anrufen ob da unerlaubte Zugriffe waren; Passwörter überall und jedes ändern…. Der Rest-Samstag ging dafür darauf. Eigentlich wollte ich laufen gehen und anschließend die Brieftasche für den Sohn nähen. Pustekuchen !!!

Heute war ich bei der Polizei und habe Anzeige erstattet. Das Gespräch mit dem Beamten war ruhig und hilfreich. Es war kein neues Thema für ihn. Im letzten Jahr waren mehrere Betrugsfälle dieser Art in unserem Raum. Er sagte mir, ich solle mir keine Vorwürfe mache, die Masche von diesen Betrügern sei zu gut. Aber ich solle diesen Fall weitertragen, posten, erzählen, damit Menschen gewarnt werden. Und, obwohl beim Schreiben der ersten Zeilen mein Schamgefühl recht hoch war, bin ich froh, dies niedergeschrieben zu haben.

Passt auf euch auf!

#ozemio #ozemioing #Internetbetrüger

Beitragsbild: hamburg.de



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